Shirin Neshat, Rapture, 1999, Video/Sound Installation
Barbara Gladstone Gallery, New York

Yue Minjun, Gong Yuan 2000, III, 2000
Courtesy Galerie Urs Meile, Luzern

Die iranische Künstlerin Shirin Neshat thematisiert in ihrem Kurzfilm Rapture das Verhältnis der Geschlechter in ihrer fundamentalistischen Heimat (Abb.). Daneben hat eine Gruppe von 25 identischen grinsenden Männern Aufstellung genommen - alles Selbstportraits des chinesischen Künstlers Yue Minjun in der Uniform des westlichen Konsums, in Jeans und weissem T-Shirt (Abb.). Die Auseinandersetzung zwischen Individuum und Kollektiv bringt in fundamentalistischen Gesellschaften eine Wiederbelebung des »Ornaments der Masse«. Der Soziologe Siegfried Kracauer schrieb 1927 unter dem Eindruck des Nationalsozialismus den gleichnamigen Aufsatz, in dem er das massenkulturelle Phänomen einer aufkommenden Unterhaltungsindustrie thematisierte. Die Ausstellung versteht sich als eine Plattform, auf der unter dem Vorzeichen des Ornamentalen nicht nur ästhetische, sondern auch soziologische, ethnologische, medien- und kommunikationstheoretische Fragen angeschnitten werden.