Ornamente fremder Kulturen sind ursprünglich meist symbolhaltige Zeichen, die durch Reihung zu sinnfreien Schmuckformen verflachen. Die neuerliche Individualisierung aktiviert die ursprüngliche Sinnhaftigkeit der Ornamentform. Das monumentale Asian Sign von Helmut Federle geht auf diesen komplexen Zusammenhang zwischen Ornament und Symbol ein (Abb.). Es thematisiert u. a. das Verstehen und Nichtverstehen der Kunst ferner Kulturen - ein Phänomen, das mit der Globalisierung immer zentraler wird. Umgekehrt mobilisieren junge Künstler in der Dritten Welt das »eigene, fremd gewordene Ornament« als Mittel im Kampf um eine postkoloniale aesthetical correctness. Die Ausstellung zeigt engagierte Werke solcher Künstler (Kaipel Ka'a) in Kombination mit solchen der europäischen Klassiker wie Matisse und Klee.

