Ein grosser Glücksfall für diese Ausstellung ist die Zusammenführung von Kandinskys späten Gemälden Etagen (1929) und Autour du cercle (1940) mit dem Udegei Schamanenmantel aus St. Petersburg (Abb.). Bei dem Pionier der ungegenständlichen Kunst werden gerne die wichtigen Inspirationsquellen der russischen und bayrischen Volkskunst und sein reiches Beziehungsgeflecht zu den Attributen des Schamanen-Kultes unterschlagen - ebenso der Jugendstil, der den Schritt zur Abstraktion bei Kandinskys Ankunft in München, 1896, bereits vollzogen hatte (Endell und Obrist). Das Kapitel zeigt, wie die arabeske Linie über den Jugendstil in Kandinskys Bildkonzeption eindringt, dort um 1911/12 eine Revolution auslöst und bis in sein Spätwerk hinein immer wieder auftaucht.


