Was hat ein monochromes Bild des russisch-amerikanischen Künstlers Mark Rothko mit einem reich ornamentierten Fensterladen aus Marokko zu tun? Der Prolog der Ausstellung fasst unter dem Aspekt des »Bilderverbotes« islamisch-abstrakte Ornamentik und ungegenständliche Malerei (Rothko, Marden, Taaffe) zusammen. Während der religiöse Impuls des Bilderverbotes im Islam zum Reichtum des geometrischen und arabesken Ornaments führte, mündete im 20. Jahrhundert der Drang zur Abstraktion in die Leere des alle Gegenstände und Formen negierenden Tafelbildes. Vielleicht können wir den Byzantinismus, von dem Mark Rothkowitz damals ein »Stück« aus seiner russischen Heimat in die Neue Welt mitgenommen hatte, als Brücke zwischen diesem horror vacui des islamischen Orients und dem laus vacui der Moderne verstehen.

