Kunst der Kulturen, der Moderne und Gegenwart im Dialog
Nichts haben die Pioniere der abstrakten Kunst wie Klee oder Mondrian mehr
gefürchtet als den Vergleich ihrer revolutionären Errungenschaften
mit Ornamenten. Nicht ohne Grund, denn der dienende Bereich der Ornamentik
brachte seit Jahrtausenden ungegenständliche Formschöpfungen hervor.
Im Verlauf der Entwicklung der Moderne »blüht« die abstrakte
Kunst immer wieder »ornamental« aus und die Malerei der Gegenwart
ist heute nicht ohne den Begriff des Ornaments zu diskutieren.
Rund hundert Jahre abstrakte Kunst und die Aktualität des Ornamentalen
fordern dazu heraus, die Frage nach der Bedeutung des Ornaments für die
Grundlegung und Entfaltung der ungegenständlichen Kunst neu zu stellen.
Mit dem Projekt »Ornament und Abstraktion« nimmt erstmals die
Fondation Beyeler diese Herausforderung an und versucht, dieses Wechselspiel
anhand von Gegenüberstellungen autonomer Kunst mit kunsthandwerklichen
Objekten verschiedener Kulturen in verständlicher Weise zu präsentieren.
