Kunst der Kulturen, der Moderne und Gegenwart im Dialog
Nichts haben die Pioniere der abstrakten Kunst wie Klee oder Mondrian mehr gefürchtet als den Vergleich ihrer revolutionären Errungenschaften mit Ornamenten. Nicht ohne Grund, denn der dienende Bereich der Ornamentik brachte seit Jahrtausenden ungegenständliche Formschöpfungen hervor. Im Verlauf der Entwicklung der Moderne »blüht« die abstrakte Kunst immer wieder »ornamental« aus und die Malerei der Gegenwart ist heute nicht ohne den Begriff des Ornaments zu diskutieren.
Rund hundert Jahre abstrakte Kunst und die Aktualität des Ornamentalen fordern dazu heraus, die Frage nach der Bedeutung des Ornaments für die Grundlegung und Entfaltung der ungegenständlichen Kunst neu zu stellen. Mit dem Projekt »Ornament und Abstraktion« nimmt erstmals die Fondation Beyeler diese Herausforderung an und versucht, dieses Wechselspiel anhand von Gegenüberstellungen autonomer Kunst mit kunsthandwerklichen Objekten verschiedener Kulturen in verständlicher Weise zu präsentieren.

 

Von links nach rechts:

Standartenspitze, 1712, Isfahan, Iran, Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum für Völkerkunde


Wassily Kandinsky
Auf Weiss II, 1923,
Centre Georges Pompidou, Paris, Musée national d'art moderne


Yue Minjun, Gong Yan 2000, III, 2000, Courtesy Galerie Urs Meile, Luzern